Die Verkaufsanalyse enthält eine vollständige Wertindikation des Betriebs, in der Fachsprache auch Unternehmensbewertung, Firmenbewertung oder Kaufpreisindikation genannt. Ob Ihr Steuerberater es Wertermittlung nennt, Ihre Bank eine EBITDA-Bewertung verlangt oder Sie nach „Was ist mein Unternehmen wert" suchen. Gemeint ist dasselbe Dokument. Bei Cedivo erhält es einen präziseren Namen, weil es mehr leistet als eine reine Bewertung: Es ist die strategische Grundlage für den gesamten Verkaufsprozess.

Wofür brauche ich eine Verkaufsanalyse?

Die Verkaufsanalyse beantwortet drei Fragen, die jeder Verkäufer kennen muss, bevor er mit Käufern spricht. Erstens: Was ist mein Betrieb realistisch wert, nicht aus emotionaler Sicht, sondern auf Basis nachvollziehbarer Multiplikatoren und normalisierter Finanzkennzahlen? Zweitens: Wo liegen meine Stärken und Schwächen, und welche Käufergruppe passt zu meinem Betrieb? Drittens: Welchen Angebotspreis nenne ich, um nicht unter Wert zu verkaufen, aber auch nicht abgeschreckte Käufer zu produzieren?

Ohne diese Vorbereitung verkauft sich der Inhaber buchstäblich blind. Ein konkretes Beispiel aus dem SHK-Handwerk: Ein Meisterbetrieb mit 18 Mitarbeitern und 2,1 Mio. EUR Umsatz erhält ein Erstangebot von 350.000 EUR. Für den Inhaber fühlt sich das nach 30 Jahren Aufbauarbeit zu wenig an, aber er hat keine Vergleichswerte. Die fundierte Verkaufsanalyse hätte ergeben: bereinigtes EBITDA deutlich höher als der implizite Wert des Erstangebots, realistischer Kaufpreiskorridor ein Vielfaches über den gebotenen 350.000 EUR. Differenz: mehrere hunderttausend Euro.

Was steht in einer professionellen Verkaufsanalyse?

Eine vollständige Verkaufsanalyse umfasst sechs Bestandteile:

  1. EBITDA-Normalisierung. Bereinigung des operativen Ergebnisses um Inhabergehalt unter Marktniveau, Einmaleffekte (Großaufträge, Rechtsstreitigkeiten, Corona-Sondereffekte) und privat über die Firma laufende Kosten. Liefert das nachhaltige Ergebnis als Bewertungsbasis.
  2. Bewertung mit 2 Methoden. EBITDA-Multiplikator (ertragsorientiert) und Umsatz-Multiplikator (umsatzorientiert), branchenspezifisch gewichtet. Die Gewichtung hängt von der Branche ab: bei margenstarken Betrieben zählt das EBITDA stärker, bei umsatzgetriebenen Geschäftsmodellen der Umsatz.
  3. Kaufpreisbandbreite mit empfohlenem Angebotspreis. Korridor aus Low, Mid und High, nicht ein einziger Fixwert. Der empfohlene Angebotspreis lässt Verhandlungsspielraum nach oben und unten.
  4. Stärken-Schwächen-Analyse. Welche Faktoren rechtfertigen einen Aufschlag (hohe Wartungsanteile, geringe Inhaberabhängigkeit, dokumentierte Prozesse)? Welche Faktoren rechtfertigen einen Abschlag (Kundenkonzentration, Mitarbeiterabhängigkeit, Investitionsstau)?
  5. Ideales Käuferprofil. Strategischer Käufer aus der Region, MBI-Kandidat aus der Branche, Handwerks-Konsolidierer oder Quereinsteiger. Welche Käufergruppe ist passend, welche zahlt erfahrungsgemäß den besten Preis?
  6. Strategische Handlungsempfehlungen. Was kann der Inhaber 6–12 Monate vor Verkauf optimieren? Häufig: Inhaberabhängigkeit reduzieren, Wartungsverträge sichern, Buchhaltung aufräumen.

Bewertungsmethoden im Überblick

Cedivo nutzt einen 2-Methoden-Ansatz: EBITDA-Multiplikator und Umsatz-Multiplikator, branchenspezifisch gewichtet. Die konkreten Multiplikatoren variieren je nach Branche, Marktlage und Betriebsgröße. Sie werden aus aktuellen Transaktionsdatenbanken und Branchenreports abgeleitet. Das Ertragswertverfahren ist bei größeren Unternehmen verbreitet, hat bei KMU aber kaum praktische Relevanz. Die überwiegende Mehrheit der Mittelstandstransaktionen wird über Multiplikatoren abgewickelt.

Die drei häufigsten Fehler bei der Verkaufsanalyse

Bewertung nur auf Basis des Umsatzes

Umsatz sagt nichts über die Ertragskraft. Ein Betrieb mit 1 Mio. EUR Umsatz und 5 % Marge ist völlig anders zu bewerten als einer mit 15 % Marge.

Lösung: Immer das EBITDA als Primärkennzahl, Umsatz nur als Sekundärfaktor mit branchenspezifischer Gewichtung.

Inhabergehalt nicht normalisiert

Wenn der Inhaber sich deutlich unter Marktniveau auszahlt, ist das operative Ergebnis verzerrt. Der Betrieb wird unter Wert verkauft, weil das EBITDA künstlich aufgebläht erscheint.

Lösung: EBITDA-Normalisierung mit marktüblichem Geschäftsführergehalt. Dieses variiert je nach Branche, Betriebsgröße und Region erheblich.

Keine Kaufpreisbandbreite, sondern ein Fixpreis

Der Verkäufer nennt „500.000 EUR" und lässt keinen Verhandlungsspielraum. Der Käufer verhandelt herunter, der Verkäufer fühlt sich betrogen, der Deal scheitert oder endet im Frust.

Lösung: Korridor mit Low/Mid/High kommunizieren (z. B. 450.000–580.000 EUR) und einen empfohlenen Angebotspreis daraus ableiten.

Was kostet eine Verkaufsanalyse?

Selbst erstellen M&A-Berater Cedivo
Kosten 0 EUR (aber Zeitaufwand und Fehlerrisiko) 40.000–80.000 EUR (Provision, 5–10 % vom Kaufpreis) 1.990 EUR (Standard) / 2.990 EUR (Premium) Festpreis
Lieferzeit Wochen bis Monate Abhängig vom Berater 10 Werktage (Standard) / 5 WT (Premium)
Umfang Nur was man selbst kann Vollständig, aber intransparente Kosten Verkaufsanalyse + Teaser + Verkaufsprofil (alle 3 im Paket)
Kontrolle Volle Kontrolle, aber ohne Erfahrung Berater entscheidet Inhaber behält Kontrolle, professionelle Unterlagen

Alle drei Dokumente sind Bestandteil jedes Cedivo-Pakets. Es gibt keinen Einzelverkauf einzelner Dokumente.

Cedivo erstellt Ihre Verkaufsanalyse

Cedivo erstellt die Verkaufsanalyse als Teil jedes Pakets, mit branchenspezifischer Bewertung, sauberer EBITDA-Normalisierung und empfohlenem Angebotspreis. Der Inhaber behält die Kontrolle über den gesamten Verkaufsprozess: keine Erfolgsprovision, keine Exklusivitätsbindung, keine versteckten Kosten.

Die Verkaufsanalyse bleibt vertraulich beim Verkäufer. Sie wird nicht an Käufer weitergegeben. Dafür sind Teaser und Verkaufsprofil vorgesehen.

Wie gut ist Ihr Betrieb auf den Verkauf vorbereitet?

Unser kostenloser Verkaufsbereitschafts-Check zeigt Ihnen in 5 Minuten, wo Sie stehen, und in welcher Größenordnung sich der Wert Ihres Betriebs bewegt.

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Glossar: Verkaufsanalyse-Begriffe

Verkaufsanalyse
Internes Dokument für den Verkäufer mit Wertindikation, EBITDA-Normalisierung, empfohlenem Angebotspreis und idealem Käuferprofil. Bei Cedivo: 6–8 Seiten PDF, ausschließlich für den Verkäufer bestimmt.
Wertindikation
Kaufmännische Einschätzung des Unternehmenswerts auf Basis von Jahresabschlüssen und branchenüblichen Multiplikatoren. Im Unterschied zum IDW-S1-Gutachten nicht gerichtsfest, aber für Verkaufsgespräche und Bankfinanzierungen ausreichend.
EBITDA-Normalisierung
Bereinigung des EBITDA um Effekte, die nach dem Verkauf wegfallen: zu niedriges Inhabergehalt, Einmaleffekte (Großaufträge, Rechtsstreitigkeiten), private Kostenanteile, nicht-marktübliche Mieten. Liefert das nachhaltige operative Ergebnis als Bewertungsbasis.
Kaufpreisbandbreite
Korridor aus Low-, Mid- und High-Bewertung statt eines Fixpreises. Lässt Verhandlungsspielraum und reflektiert qualitative Faktoren wie Inhaberabhängigkeit oder Kundenstamm. Der empfohlene Angebotspreis liegt innerhalb dieses Korridors und berücksichtigt qualitative Faktoren.
EBITDA-Multiplikator
Branchenüblicher Faktor, mit dem das normalisierte EBITDA multipliziert wird, um den Unternehmenswert abzuleiten. Die konkreten Werte variieren je nach Branche, Betriebsgröße und aktueller Marktlage und werden aus Transaktionsdatenbanken und Branchenreports abgeleitet.
Kaufpreisindikation
Synonym zu Wertindikation: kaufmännische Einschätzung in welcher Größenordnung der Kaufpreis liegen wird. Bei Cedivo Teil der Verkaufsanalyse mit Low/Mid/High-Korridor.
Unternehmensbewertung
Oberbegriff für die Ermittlung eines Unternehmenswerts. Im Cedivo-Kontext synonym zur Verkaufsanalyse-Bewertungskomponente. Vertiefung in unserem Ratgeber Unternehmensbewertung.
Firmenbewertung
Umgangssprachliches Synonym zur Unternehmensbewertung. Im Mittelstand häufiger genutzt als der formale Begriff.

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