Unternehmen übernehmen: Finanzierung und Förderung

Die größte Hürde bei einer Übernahme ist selten der passende Betrieb, sondern die Finanzierung. Ein Drittel der Übernahmeinteressierten berichtet von Finanzierungsschwierigkeiten, häufig nicht, weil das Geschäft nicht trägt, sondern weil belastbare Unterlagen fehlen. Dieser Beitrag zeigt aus der Transaktionspraxis, wie sich eine Übernahme typischerweise finanziert und worauf Banken achten.

Die typische Finanzierungsstruktur

Eine Übernahme wird fast nie allein aus Eigenkapital bezahlt. Eine übliche Struktur sieht so aus:

  • 10 bis 20 Prozent Eigenkapital des Käufers. Banken erwarten, dass Sie eigenes Geld und damit eigenes Risiko einbringen.
  • 50 bis 70 Prozent Bankdarlehen, meist aus einer Kombination von Hausbank und Förderkredit.
  • 10 bis 30 Prozent Verkäuferdarlehen oder Earn-Out, bei dem ein Teil des Kaufpreises gestundet oder an die künftige Entwicklung gekoppelt wird.

Diese Bausteine lassen sich kombinieren. Ein Verkäuferdarlehen signalisiert der Bank zugleich, dass der bisherige Inhaber an den Erfolg der Übergabe glaubt.

Förderung durch die KfW Bankengruppe

Für Übernahmen gibt es eigene Förderprogramme. Die KfW Bankengruppe unterstützt den Erwerb bestehender Betriebe ausdrücklich, etwa über den ERP-Gründerkredit und das ERP-Kapital für Gründung, das wie haftendes Eigenkapital wirkt und damit Ihre Eigenkapitalquote stärkt. Beantragt werden diese Mittel nicht direkt, sondern über Ihre Hausbank nach dem Hausbankprinzip. Ergänzend lohnt der Blick auf die Bürgschaftsbanken der Länder: Sie übernehmen einen Teil des Ausfallrisikos, wenn Ihnen Sicherheiten fehlen, und sind eine oft vergessene Finanzierungsquelle.

Worauf die Bank wirklich achtet

Eine Bank finanziert keine Übernahme auf Zuruf. Sie stützt ihre Cashflow-Prognose auf belastbare Zahlen. Entscheidend sind drei Dinge: eine bereinigte, nachvollziehbare Ertragslage, eine fundierte Bewertung und eine strukturierte Darstellung des Betriebs. Genau hier scheitern viele Deals, nicht an der Substanz, sondern an der Aufbereitung. Als Käufer profitieren Sie deshalb von Verkäufern, die ein bankenfähiges Verkaufsprofil mitbringen. Welche Rolle die finanzierende Bank im Gesamtprozess spielt, vertieft der Beitrag zur Käuferfinanzierung in der Nachfolge.

So bereiten Sie Ihre Finanzierung vor

  1. Eigenkapital realistisch beziffern und Sicherheiten zusammenstellen.
  2. Bankgespräch früh suchen, idealerweise mit einer ersten Einschätzung des Zielbetriebs.
  3. Förderkredite über die Hausbank einplanen, nicht erst nach der Zusage.
  4. Steuerberater und Bank parallel einbinden, damit Finanzierung und Kaufpreisstruktur zusammenpassen.

Was Sie am Zielbetrieb selbst prüfen sollten, fasst die Checkliste für Übernehmer zusammen.

Nächster Schritt

Sie wollen einen Betrieb übernehmen? Tragen Sie sich kostenlos und unverbindlich ins Käufer-Suchprofil ein. Sie werden vorgemerkt, sobald ein passendes Mandat verfügbar ist, mit Unterlagen, die auch Ihre Bank überzeugen.