Auf nexxt-change, der größten deutschen Nachfolgebörse für die Unternehmensnachfolge, sind rund 6.000 Unternehmen zum Verkauf gelistet. Gleichzeitig suchen dort etwa 2.000 registrierte Kaufinteressenten aktiv nach Übernahmemöglichkeiten. Die Plattform funktioniert, aber die meisten Inserate tun es nicht.
70 Prozent aller Inserate auf Nachfolgebörsen wie nexxt-change oder der DUB Unternehmensbörse enthalten keine belastbaren Finanzkennzahlen. Kein Umsatz, kein EBITDA, keine Mitarbeiterzahl. Stattdessen: „Gut eingeführter Betrieb sucht Nachfolger.“ Das ist kein Inserat. Das ist ein Satz, der nichts sagt.
Nachfolgebörse: Fünf Sekunden, mehr bekommen Sie nicht
Ein ernsthafter Kaufinteressent sichtet Dutzende Inserate pro Woche. Die Entscheidung, ob er weiterliest oder weiterschrollt, fällt in weniger als fünf Sekunden. In dieser Zeit sucht er nach drei Dingen: einer konkreten Branche und Region, einer Umsatzgröße oder Preisvorstellung und einem Hinweis darauf, dass der Betrieb professionell aufgestellt ist.
Fehlt eines davon, ist das Inserat raus. Nicht weil der Betrieb schlecht wäre, sondern weil der Käufer keine Zeit hat, es herauszufinden.
Die häufigsten Fehler auf Nachfolgebörsen wie nexxt-change
„Preis auf Anfrage.“ Das ist der häufigste und teuerste Fehler. Ein Käufer, der den Preis nicht einschätzen kann, fragt nicht nach, er klickt weiter. Inserate mit einer konkreten Preisspanne (zum Beispiel „EUR 400 bis 600 Tsd.“) erhalten nachweislich dreimal mehr Anfragen als solche mit „VB“ oder „auf Anfrage“.
Keine Finanzkennzahlen. Viele Inhaber scheuen sich, Umsatz oder Ertrag zu nennen, aus Angst vor Transparenz oder weil sie die Zahlen nicht aufbereitet haben. Aber ein Käufer ohne Zahlen kann nicht rechnen. Und ein Käufer, der nicht rechnen kann, macht kein Angebot. Die Lösung ist nicht, alles offenzulegen, sondern die richtigen Kennzahlen anonymisiert und normalisiert darzustellen.
Vage Beschreibungen. „Langjährig etabliert“, „guter Kundenstamm“, „motiviertes Team“, das steht in jedem zweiten Inserat. Es sagt nichts aus, weil es nichts belegt. Was ein Käufer braucht: „35 Mitarbeiter, davon 28 Facharbeiter. 15 % Umsatzanteil aus Wartungsverträgen. Kundenstamm seit durchschnittlich 12 Jahren.“
Fehlende Struktur. Ein Inserat ist kein Fließtext. Käufer scannen. Sie suchen nach Eckdaten: Gründungsjahr, Mitarbeiterzahl, Umsatzklasse, Leistungsspektrum, Übergabezeitraum. Wenn diese Informationen in einem Textblock versteckt sind, werden sie nicht gefunden.
Kein Käuferprofil. Wer soll den Betrieb kaufen? Ein Meister, der sich selbständig machen will? Ein regionaler Wettbewerber? Eine Handwerks-Holding? Die meisten Inserate beantworten diese Frage nicht. Dabei hilft ein kurzer Satz wie „Ideal für einen erfahrenen SHK-Meister mit Führungserfahrung“ dem Käufer, sich selbst im Inserat wiederzuerkennen.
Was ein professionelles Inserat auf der Nachfolgebörse enthält
Ein Inserat, das Anfragen generiert, besteht aus wenigen, aber präzisen Elementen.
Die Überschrift nennt Branche, Region und ein Differenzierungsmerkmal: „Etablierter SHK-Betrieb im Raum Köln, 35 Mitarbeiter, Wärmepumpen-Kompetenz.“ Nicht mehr, nicht weniger.
Der Kurztext liefert die Eckdaten in drei bis vier Sätzen: Gründungsjahr, Mitarbeiterzahl, Umsatzklasse, Leistungsspektrum, Übergabezeitraum. Alles anonymisiert, kein Firmenname, keine Adresse. Aber genug, damit ein Käufer entscheiden kann, ob es passt.
Die Finanzkennzahlen erscheinen als Umsatzklasse und Preisindikation. Kein exakter Jahresabschluss, aber eine belastbare Größenordnung. Ein Käufer, der weiß, dass der Betrieb zwischen 2 und 3 Millionen Euro Umsatz macht und der Kaufpreis bei 500 bis 700 Tsd. Euro liegt, kann sofort prüfen, ob das in sein Budget passt.
Die Stärken des Betriebs sind konkret und belegbar: Wartungsverträge, Facharbeiterquote, Spezialisierung, Kundenbindung. Keine Adjektive, sondern Fakten.
Warum Inserate auf Nachfolgebörsen so oft scheitern
Es liegt nicht an mangelndem Willen. Die meisten Inhaber, die ihre Unternehmensnachfolge über eine Börse wie nexxt-change regeln wollen, tun das zum ersten Mal in ihrem Leben. Sie kennen ihr Handwerk, aber sie kennen nicht die Sprache, die Käufer sprechen. Sie wissen nicht, welche Kennzahlen eine Bank braucht, um einen Kredit zu bewilligen. Sie wissen nicht, wie ein normalisiertes EBITDA berechnet wird. Und sie wissen nicht, dass ein Inserat ohne Preisindikation fast nie zu einer ernsthaften Anfrage führt.
Das ist kein Vorwurf. Das ist der Grund, warum professionelle Verkaufsunterlagen einen messbaren Unterschied machen. Ein Inhaber, der mit aufbereiteten Zahlen, einer klaren Preisvorstellung und einem strukturierten Inserat auf die Börse geht, bekommt nicht nur mehr Anfragen, er bekommt bessere Anfragen. Von Käufern, die sich den Betrieb leisten können und die wissen, worauf sie sich einlassen.
Ihr nexxt-change-Inserat verbessern: So geht’s
Wenn Ihr Betrieb auf nexxt-change steht oder Sie ein Inserat planen, prüfen Sie drei Dinge. Erstens: Steht eine konkrete Preisspanne im Inserat? Wenn nicht, fügen Sie eine hinzu, selbst eine breite Spanne ist besser als „auf Anfrage“. Zweitens: Enthält das Inserat mindestens eine Finanzkennzahl (Umsatzklasse, Mitarbeiterzahl, Ertragslage)? Ohne Zahlen keine Anfragen. Drittens: Kann ein Käufer in fünf Sekunden erkennen, was Ihr Betrieb macht, wie groß er ist und was er kosten soll? Wenn nicht, kürzen Sie den Text und stellen Sie die Eckdaten an den Anfang.
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Häufige Fragen zur Nachfolgebörse nexxt-change
Was ist nexxt-change?
nexxt-change ist die größte deutsche Nachfolgebörse, betrieben von den IHKs und Handwerkskammern. Dort können Unternehmer ihren Betrieb zum Verkauf inserieren und Kaufinteressenten nach passenden Übernahmemöglichkeiten suchen. Die Nutzung ist kostenlos, was die Plattform besonders für KMU attraktiv macht.
Wie viele Unternehmen sind auf nexxt-change gelistet?
Aktuell sind rund 6.000 Unternehmen zum Verkauf gelistet und etwa 2.000 aktive Kaufinteressenten registriert. Die tatsächliche Kontaktrate ist allerdings gering, weil die meisten Inserate nicht die Informationen enthalten, die Käufer für eine erste Einschätzung brauchen.
Welche Nachfolgebörse ist die beste für die Unternehmensnachfolge?
nexxt-change ist für Handwerksbetriebe und KMU die wichtigste Nachfolgebörse in Deutschland. Daneben gibt es die DUB Unternehmensbörse (eher größere Unternehmen) und regionale Angebote der IHKs. Entscheidend ist nicht die Plattform, sondern die Qualität des Inserats: konkrete Kennzahlen, Preisspanne und ein klares Käuferprofil.
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